Mittwoch, 18. Juli 2012

Domerker - Sandloch (09. Juni 2012)

Angeregt durch ein Foto, stellte ich fest, dass ich am Aufnahmeort dessen schon ewig nicht mehr gewesen bin. Ein Ort der bei mir schon fast ein wenig in Vergessenheit geraten war.  Ihr könnt euch vorstellen, dass mein nächstes Wanderziel feststand.....so wurde mein heutiges Hauptziel die Domerkeraussicht. Doch oh weh, wie hin kommen.....also wie war schon klar, aber ich wollte gern der Menschenmenge  entgehen, die am Wochenende in einem der Hauptwanderzentren der sächsischen Schweiz wieder unterwegs sein würde. Also beschäftigte ich mich intensiv mit Wanderkarten und -führern. Und siehe da, ich fand einen Weg, der sicher nicht ganz einsam, aber auch nicht überlaufen sein würde, hoffte ich zumindest. Nachdem am Morgen mein Rucksack fix gepackt war, holte mich ein Telefonklingeln aus meinen Gedanken: "Was machst du denn heut?" "Ich gehe heut wandern..." " Ok, du brauchst mir garnicht sagen wohin, völlig egal, ich komm mit" und schon hatte ich eine Begleitung. Darüber freute ich mich, denn wir hatten schon länger nicht die Gelegenheit gemeinsam unterwegs zu sein. Also den Hexenbesen gesattelt und los. Unterweges überlegten wir, die geplante Route ein wenig um zu gestalten. So kam ein weiteres Hauptziel hinzu.  Im Kirnitzschtal angekommen, den letzten Parkplatz am Nassen Grund ergattert (ich geb zu, ein zweiter Kaffee trug Schuld daran) schulterten wir die Rucksäcke und auf in den Nassen Grund. Da wir selbigen bereits nach ca 20 m verließen, ging es nun einsam weiter, hoch hinaus (ca 100 Höhenmeter) den Buttersteig entlang. 


Auf der Höhe angekommen, stießen wir links auf einen breiten und bequemen Forstweg, der sich uns immer noch einsam und nicht minder schön präsentierte. 


Allerdings ließ uns ein Blick gen Himmel immer mal staunen. Da grummelte sich doch was zusammen. Naja nichts desto trotz ging es weiter. Dieser Forstweg führte uns direkt auf die Wildwiese. Von hier aus hat man eine sehr schönen Blick auf einen kleinen Teil der Schrammsteinkette hinauf. Dies ist eine recht zerklüftetet Felskette etwa 400m ü NN, die Aussicht ist noch ca 17 m höher. Sie gehört mit zu den beliebtesten Ausflugs- und Wanderzielen. Die Schönheit, die Wanderwege, die Aussichten berechtigen dazu. 


Weiter führte uns der Weg in Richtung Lehne. Ein paar Menschen sollten uns hier schon begegnen. Aber auch hier fanden wir ein Schlupfloch. Für mich eine Premiere. Ich sollten nun zum ersten Mal das Schwarze Loch von unten her begehen. Bisher führte mich der Weg immer von oben nach unten. Das Schwarze Loch ein sehr schöner kleiner Weg entlang von Felsen und kleinen Steinstufen. 

Auf der Schrammsteinkette angekommen genossen wir kurz den Ausblick. Weiter liefen wir den breiten Wanderweg immer in Richtung Affensteine. Auffällig und sehr schön, war eine Felsgasse durch die wir gingen. 


Immer weiter des Weges machten wir einen Abstecher zu einem Teilstück des oberen Terassenweges (Ausstieg Rotkehlchenstieg in Richtung Starke Stiege). Es ist ein Höhenweg mit fantastischen Aussichten. Ein Höhenweg, bei dem man aber darauf achten sollte, wohin man seine Füße setzt. Zum geniessen der Aussichten sollte man vorzugsweise stehen bleiben. Ist mal der Pfad zu schmal und der Abgrund zu hoch, gibt es ein paar Haltegriffe im Felsen. Doch was war das für eine Aussicht, sollten die Wetterfrösche doch recht behalten, mit ihrer Prognose.....Ach was solls.... weiter.......



Zu meiner Schande muss ich gestehen, den Weg schon ewig zu kennen und schon oft begeistert gelaufen zu sein, allerdings der Name (Terassenweg) erschloss sich mir erst vor ca einem halben Jahr. Eben so oft wie ich diesen Weg gelaufen bin, bin ich immer wieder vorbei gelaufen an einem wunderschönen Kleinod, einem kleinen Felstor. Dieses kleine Felstor ist entstand sicher in Folge von Erosionen und Felsstürzen.  Es ist so klein, dass selbst ich es  fast als Stehstisch hätte nutzen können. 

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Nachdem wir in unmittelbarer Nähe des kleinen Felstores auf einem Felsvorsprung nicht nur den Blick auf die Rauschensteingruppe genossen sondern auch eine Picknick, ging es das kleine Stück zurück des Weges in Richtung Obere Affensteinpromenade. Auch hier machten wir einen kleinen Abstecher über den Zurückgehsteig hinauf zu einer recht imposanten Steinformation. Ein kleiner Abstecher der sich gelohnt hat. Ich finde es immer wieder spannend, welch interessanten Steingebilde in so einem kleinen Mittelgebirge zu finden sind. 


Nun aber wieder fix zurück auf den Hauptweg, noch ein paar Windungen entlang der Felsen gelaufen, den Felsen fix bis vor..... und ..... genial die Domerkeraussicht! Auch wenn das Wetter nicht so klar und weitsichtig war, die Aussicht hat mich wieder fasziniert. Wir sprangen auf der Felsaussicht über so manch Stock, Stein und Gräbelein........wieder vor Ort, freute ich mich sehr über die wach gerüttelte Erinnerung und seit Jahren mal wieder hier zu sein. So hat man von hier einen wunderbaren Blick auf die Thorsteine, den Falkenstein, die Hohe Liebe. Ein ähnliches Foto ist verantwortlich für mein heutiges Wanderziel.


Nun stiegen wir wieder ein Stück des Malerweges entlang den Berg hinunter. Dies schöne Wegstück war u.a. über Leitern zu begehen und immer wieder mit schönen Aussichten auf die Ausläufer der Schrammsteinkette gespickt.


Unserem nächsten Ziel näher kommend, war doch hier bereits der Weg auch ein Ziel. Vom Malerweg bogen wir ab, auf den kleinen und z. T. recht wild romantischen Höllweg. Nach einem Stück im Wald ging es zwischen Felsen über Stock und Stein. Die hier zu sehenden Stufen dienen heute lediglich nur noch der "Dekoration" ;-) 


Auf der Höhe angekommen, schlugen wir den Weg in Richtung Sandloch ein. Hier nun erwartete uns ein wunderbarer Gradweg entlang des Felsens, ein Stück Weg, was mir gänzlich neu war.


Die Aussichten von hier aus, haben je nach Blickrichtung einen völlig anderen Charakter. 




Nun hieß es aber genau hinschauen und den Eingang in die Höhle zu finden. Aber das sollte nicht das große Problem darstellen, da der Weg als Kletterzugang markiert ist und wir ein Foto vom Mundloch hatten. Das Sandloch ist in seiner Entstehung eine Mischung aus Schichtfugen-, Trümmer- und Klufthöhle. Aufgrund der Höhe in der sie liegt, stellt die Höhle eine Besonderheit dar. Sie liegt in einer Höhe von etwa 390m. 
Am Mundloch angekommen, legten wir die Rücksäcke ab und bewaffneten uns mit Stirnlampen. Wir schauten uns den Einstieg über das obere Mundloch an und entschieden uns aber für den Einstieg über das untere Mundloch, zu dem man mit einer kleinen Minikraxelei gelangt. Nun ging es auf einer Ebene in der Höhle in das Innere über ein paar Felsbrocken und durch einen engeren Spalt. Für den Ausstieg wählten wir den gleichen Weg wie hinein. 


Wieder im Tageslicht angekommen, strahlte uns die Sonne freudig entgegen. Der Tag war recht fortgeschritten und wir machten noch eine Rast in der Spätnachmittagssonne, freuten uns, wieder ein neues Stück Heimat kennengelernt zu haben....


Da wir nun einmal in den Affensteinen waren und der Carolafelsen nicht weit war, beschlossen wir, diesem noch einen abendlichen Besuch abzustatten. Der Carolafelsen ist mit seinen 458m ü NN der höchste Gipfel, dieser Steingruppe. Über ein paar Felsstufen gelangt man zu einem recht großen Aussichtsplateau. Normalerweise ist der Fels an Tagen wie diesen recht stark besucht. Aber aufgrund der späteren Stunden konnten wir den Tag hier ganz in Ruhe ausklingen lassen. 


Für den Abstieg wählten wir die wilde Hölle. Eine leichte Stiege durch Felsen hindurch mit ein paar Leitern und Felsklammern und Tritteisen. Weiter ging es über den Nassen Grund zurück zum Parkplatz und wir hatten einen sehr schönen bergauf und bergab-Wandertag mit ca 15km hinter uns. 

Samstag, 7. Juli 2012

Seußlitz und Hirschstein (3. Juni 2012)

Der Tag begann und das Wetter sollte sich nun doch nicht wirklich ändern. War doch für heut eigentlich eine etwas größere Motorradausfahrt ins Vogtland geplant. Aber von dem Gedanken an diese hatte wir uns schon mit den immer wiederkehrenden Warnungen es Wetterdienstes vor Unwettern verabschiedet. Also hieß es, bei einem gemütlichen Frühstück, umplanen. Dann stiegen wir fix in die Kombis und pünktlich zum Start, fielen, die ersten Regentropfen vom Himmel. So warfen wir einen Blick gen Himmel und beschlossen, die paar Tropfen zu ignorieren. Dies wurde auch belohnt und der Weg führte uns entlang der Elbe vorbei an schönen Weinhängen nach Seußlitz. 
Seußlitz beherbergt ein wunderschönes kleines Schlösschen. Dieses fand erstmalig als Raubritterburg im Jahre 1205 Erwähnung. Ein paar wenige Jahre später wurde es abgerissen und zu einer Jagdresidenz erbaut. Das etwa um 1250 fertig errichtete Schloss, erlebte einigen Besitzerwechsel und Umbauten. Und so war es u.a. kein geringerer als George Bähr (der Erbauer der Frauenkirche) der das Schloß zu einem Barockschloss umbaute. Und auch hier stößt man auf den Namen der von Bünaus.


Der Garten wurde nach dem Stil eine Barockgarten's angelegt. Man findet einen terrassenartigen Ziergarten, einen recht reichen Baumbestand und einen recht romantisch gelegenen Schlossteich, der als Gondelteich genutzt wurde. 


Auf dem Schlossweinberg befindet ich sich der Pavillon Luisenburg. Er ist ein Winzerhaus, in dem sich eine Weinpresse befand. Vom Park aus, kann man auf ein barockes Gartenhaus blicken, auch die Heinrichsburg genannt.


Übermütig, ob des haltenden Wetters beschlossen wir, noch einen kleinen Umweg zu fahren und ein weiters Schloss zu besuchen. So ging es entlang der sächsischen Weinstraße und gegenüber sah man immer schon das sich stolz präsentierende Schloss Hirschstein. Bald verließen wir die Strassen entlang der Elbe und fuhren hinauf auf die Höhen. Allein die Zufahrt zu Hirschstein war den Abstecher schon wert. Eine richtig schöne kleine Schlossallee. Mitten im Hof durften wir parken und schlenderten nun über den Schlosshof und schauten uns die Nebengelasse an. Dann ging es nun in den Schlossinnenhof, wo sich das Schloss uns zeigte. Auch hier wurde eine Burganlage erstmals 1205 erwähnt. Erst Ende des 15. Jahrhunderts kam der Begriff Schloss ins Spiel. Um das Schloss herum entwickelte sich eine Siedlung und so einstand ein Lehnsgut. 1943 nahm die SS das Schloss in Beschlag und wurde als Kriegsgefangenenlager genutzt. Nach dem Krieg waren dann im Schloss erst ein russisches Lazarett, später ein Kindererholungsheim und eine Rehaklinik unter gebracht.


Heut kann man das Schloss besichtigen und die Gemeinde und ein engagierter Verein kümmern sich um den Erhalt des Schlosses. Allerdings blieb uns, in Anbetracht der immer mächtiger werdenden Regenwolken nicht viel Zeit und wir mussten auf eine Schlossbesichtigung verzichten. So warfen wir noch einen Blick in Richtung Elbe und konnten feststellen, dass dieses sehr sehenswert ist. 


Nun ging es recht zügig gen Heimat und wir hatten Glück, dass uns nur auf den letzten 10 km von einer Tour um die 150 km ein paar Regentropfen erwischten, ehe diese sich zu heftigen Güssen entwickelten......