Montag, 18. Februar 2013

Kipphorn- und Goldsteinaussicht (19.Januar 2013)

Wochenende und schier erbarmungslos holte mich heut mein Wecker aus dem Land der Träume. Als ich die Augen aufschlug, war es noch stockeduster, kein Wunder es war ja noch einiges vor sechs. Doch fix waren meine Gedanken sortiert und die Aussicht auf einen schönen Wandertag ließ mich freudig aus dem Bett springen und den Tag beginnen. Selbstverständlich hatte ich gestern ausser der Tour noch nichts weiter vorbereitet, was ich nun zu meinem Leidwesen heut früh noch alles erledigen musste. Da musste ich mich ganz schön sputen, denn gibt es doch Leute die immer auf die Minute genau etwas zu spät kommen. Konnte ich mich heut drauf verlassen, dass genau der umgekehrte Fall zutreffen würde. Und so war es auch. Pünktlich 15 Minuten früher als verabredet klingelte es und mein Begleiter stand mit frischen Brötchen vor der Tür. Und da Hexen manchmal zaubern können, hatte ich einen einen gedeckten Frühstückstisch und einen fertig gepackten Rucksack (naja fast fertig gepackt) vorzuweisen. Während wir gemütlich frühstückten, schwatzten und die Tour nochmal kurz besprachen, begann der Tag zu grauen. Also nichts wie los. 
Das Auto stellten wir auf dem noch fast gänzlich leeren Grenzparkplatz in Schmilka ab. Sollte uns doch unsere heutige Tour in die hintere Sächsische Schweiz in das Zschandgebiet führen. 
Im Zschand wird zwischen dem Großen und dem Kleinen Zschand unterschieden. Sie grenzen aneinander, sind Trockentäler und reichen von den Roßmaulwiesen der Böhmischen Schweiz über das Kirnitztal in südwestliche Richtung bis unterhalb des Winterberges. 
So starteten wir unsere Wanderung auf dem schräg gegenüber befindlichen Mühlenweg von dem wir nach rechts auf den Grenzweg abbogen und in der ersten Kurve bot sich uns folgender Blick zurück.


Dieser Weg unweit der Grenze zu Böhmen ist ein bequemer Wanderweg und  weist nur  eine mäßige Steigung auf. Und siehe da, gingen wir doch einem ganz zart zu erkennendem Morgenrot entgegen. 


Der Grenzweg mündet in die Winterbergstrasse, eine Waldstrasse die auf den Winterberg führt und zu dessen Bewirtschaftung dient. So folgten wir dieser noch ein paar Serpentinen entlang und je höher wir kamen, umso zauberhafter wurde der winterliche Wald. Unserem ersten Tagesziel näher kommend, ließ sich die Schönheit des Wintermärchens bereits erahnen....


Nur noch ein paar wenige Schritte trennten uns von der 480m hohen Kipphornaussicht. 


Auch wenn der Himmel mittlerweile wieder völlig zugezogen war und das Grau die farbliche Überhand einnehmen wollte, könnt ihr euch denken, dass wir so schnell nicht in der Lage waren, diesen Platz zu verlassen. Mit einem wärmenden Schluck aus der Thermoskanne, konnten wir uns an dem 180°Panorama kaum satt sehen. Hier ein kleiner Ausschnitt dessen.....


Nichts desto trotz mussten wir uns doch loseisen, schließlich hatten wir noch mehr schöne Ziele vor uns liegen. So wählten wir für unseren weitern Weg den Müllerwiesenweg übergehend in den Fremdenweg bis hin zum Katzenstein, ein kleiner hübsch anzusehender Felsen. 


Dem Fremdenweg noch ein kleines Stück folgend, verließen wir diesen in Bälde und bogen  in  den Weg gen Richterschlüchte. Dies sollte sich recht schnell als ein kleines Abenteuer herausstellen. Die Bäume hatten schwer unter der Last des Schnees gelitten und der Bruch versperrte uns den Weg. Der doch hier noch recht hohe Schnee, die nicht vorhandenen Spuren ließen z.T. den Weg als solchen nicht einmal erahnen. Hier ein recht harmlose Stück, wo ich es wagte mal die Kamera in die Hand zu nehmen. 


Der Schlucht nach unten folgend, fingen wir doch an zu zweifeln, ob wir es überhaupt schaffen würden und dann auch noch den richtigen Abzweig finden.....? Unter einem überhängendem Fels hielten wir "Kriegsrat".....


Weiter oder umkehren? Also erstellten wir eine Positiv- und Negativliste. Positiv: es geht trotz unwegsamen Geländes nach unten, den Weg sind wir heut noch nicht gelaufen, schlimmstenfalls können wir die Strecke kurzfristig umplanen. Negativ: diesen unwegsamen Weg zurück und das auch noch in einem ordentlich Anstieg ----->>>> das schrie förmlich nach einem NEIN! Also weiter......und siehe da, nach nur noch ein paar wenigen waghalsigen Kletter-, Rutsch- und Stolperpartien wurde unser Durchhaltevermögen auch schon belohnt und der Weg entspannte sich. 


Auch sollten wir bald den Abzweig auf den Goldsteig finden. Dieser ist an sich kein Steig im herkömmlichen Sinne. Es ist ein schmaler Höhenpfad, der sich am Fuße eines Felsmassivs entlang schlängelt bis hin zum Goldstein. Er bietet immer mal wieder schöne Aus- und Einblicke in die Felsenwelt. Hier kann man guten Gewissens sagen, dass der Weg das Ziel ist.
Der Goldsteig mündet in den Roßsteig nur wenige Meter unterhalb des Gipfels. Ist der Weg auch breit und bequem, ist dieser Anstieg nicht zu verachten. Im gemäßigten Tempo, aber kontinuierlich überwanden wir die letzten Höhenmeter und erreichten schon bald unser nächstes Ziel, die Goldsteinaussicht. Von hier aus bietet sich ein wunderbarer Blick in die Richterschlüchte, den Großen Zschand und die Thorwalder Wände. Da sich unsere Mägen lautstark bemerkbar machten, konnten wir hier ein Stehimbiss mit Panoramablick genießen. 


Gestärkt verließen wir diesen schönen Platz und begaben uns wieder auf den Roßsteig. Nicht  weit und wir bogen ab auf den als Bergpfad gekennzeichneten Weg, den Gehackten Weg. Einfach eine Schlaufe, die wir einlegten, um den kleinen Kuhstall zu besuchen. Dies ist ein in den Bärenfangwänden auf der Höhe befindliches kleines Felsentor. 


Wieder auf dem Roßsteig angekommen, entschieden wir, den Heimweg anzutreten. Da wir heut nach hinten hinaus nicht unbegrenzt Zeit hatten, wählten wir den kürzesten und somit schon bereits gegangen Weg. Vorbei am Katzenstein, über den Fremdenweg, den Müllerwiesenweg, die Winterbergstrasse und den Grenzweg stiefelten wir dem Auto entgegen, hatten ca 18km mit dem ein oder anderen Höhenmeter in den Beinen und sind auf der gesamten Wanderung nicht einem einzigen Menschen begegnet. Zufrieden und fröhlich fuhren in den Nachmittag hinein mit dem Wissen, diese Runde so oder in ähnlicher Form ohne zeitliche Begrenzung und wie ursprünglich geplant mit noch weitern Zielen erneut anzugehen.


Sonntag, 17. Februar 2013

Rauenstein - Großer Bärenstein (29.Dezember 2012)

Die Wetterfrösche versprachen heut einen wenn auch leider schneefreien, aber schönen milden Wintertag. So wollten wir den Tag nicht ungenutzt lassen und suchten uns ein nahes und immer wieder schönes Ziel aus. 
Einen ersten Schreck bekamen wir,besser ich, als der Parkplatz am Bärenstein einfach nicht mehr existent war. Es soll wohl schon eine Weile so sein. Dieser Kelch ist völlig an mir vorrüber gegangen, da ich meinen Hexenbesen meist ein paar Kurven weiter abstelle. So sollte es auch heut nicht anders werden und es ging querfeldein (ach nein, -waldein) durch das Unterholz, matschige Senken, über alte, lang nicht mehr vorhande Wege, eine kleine Brücke, entlang von Rinnsalen entgegen dem für heut gewählten Wanderweg. 


Immer wieder verloren wir den ursprünglich gewählten Weg und wir liefen auf kleinen schmalen Pfaden. Zwischenrein teilten wir uns den Weg mit einer Gruppe MTBlern. Selbige fanden es recht amüsant, dass wir als Wanderer immer mal schneller waren und wir blickten etwas wehmütig drein. Zuckte es doch plötzlich in den Wadeln und die Sehnsucht nach den Rädern, unebenen und schlammigen Wegen war geweckt. Auf dem rot markierten Wanderweg am Fuße des Rauensteins angekommen, verabschiedeten sich die mit uns wetteifernden MTBler fröhlich von uns und wir setzten unseren Weg in aller Ruhe fort. Die Lehmannschlucht ließen wir links liegen. Für den Aufstieg auf den Fels wählten wir den Weg von Richtung Weißig aus, da dies meiner Meinung nach der schönere Aufstieg ist. 


Es ist ein einfacher Treppenaufgang, während der andere Aufgang nur ein seicht ansteigender Waldweg gewesen wäre. Ich persönlich empfinde es als reizvoller, auf einem etwas zackigeren, romatischeren, spektakuläreren Weg dem Berg entgegen zu laufen und die "unspektakuläreren" Wege für den Abstieg zu nutzen. Auf dem Berg angekommen, blieb uns ob der verschlossenen Tore der Baude ein Süppchen verwehrt, aber ein erster Ausblick entschädigte in jedem Fall.


Der Rauenstein ist ein in der vorderen Sächsischen Schweiz befindlicher Tafelberg mit einer Höhe von 304m. Er kann eine beachtliche Länge von 600m und Breite von 200m aufweisen. 
Die touristische Erschliessung des Berges fand etwa im Jahre 1885 statt. Recht zeitnah gab es bereits eine Getränkeverkauf in einer kleinen Höhle, der Kapp- oder auch Rauensteinhöhle bis ins Jahr 1893. In diesem Jahr wurde der Berggasthof fertig gestellt, welcher mit einigen Besitzerwechseln und umfangreichen Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten bis heut existent ist und es sich hier gut und gemütlich pausieren lässt. 
Nachdem wir ausgiebig den ersten Ausblick genossen hatten, machten wir uns auf den überaus bezaubernden Kammweg des Berges. Da der Rauenstein sehr zerklüftet ist, ging es über Leitern, Stege, natürliche Felspfade........



Und immer wieder boten sich wunderbare Ausbicke....


Wenn man den Stein einigermaßen kennt und sich ein paar Schritte abseits des Kammweges traut, findet man selbst an den Wochenenden schöne einsame Fleckchen, um gemütlich eine Pause einzulegen. Nachdem wir selbiges taten, wählten wir nun den bereits erwähnten, etwas unspektakuläreren Weg durch den bewaldeten Teil des Gipfels, um gen Pötzscha abzusteigen. Ein kleines Stück bergauf, um einige Kurven, vorbei am Robert Sterl Haus (ein sächsischer Maler des 19./20 Jahrhunderts) folgten wir dem Strassenverlauf, ehe wir linker Hand in den Hermann-Schneider-Weg einbogen. Dieser führte uns vorbei an Wiesen, ehe wir wieder in den Wald eintauchen konnten. Recht bald verließen wir den breiten bequemen Waldweg, um einem sehr unscheinbar und nicht ausgeschilderten Pfad zu folgen.  Wir stiegen über den dem bisherigen Schnee dieser Sasion geschuldetem Bruch, ehe sich der Pfad etwas breiter auftat. Mit dem Conradturm erreichten wir den Riegelhof. Ein Hof umgeben von einem wunderschönen Felsmassiv. Hier ein kleiner Ein- bzw. Ausblick auf diesen.


Doch endet hier der Weg und es geht weiter über eine kurze Stiege, die Riegelhofstiege. Nachdem man einen kleinen Felsdurchgang durchstiegen hat, gelangt man mittels leichter Kraxelei immer dem Himmel ein Stück näher. In der Stiege findet man keine Hilfsmittel oder künstlich angelegte Stufen, Klammer o.ä. Aber es sind genügend natürliche Tritte, Griffe usw. vorhanden, so dass selbst kleine Hexen mit kurzen Beinen ihren Hexenbesen  stehen lassen und bequem die Stiege erklimmen können. 
Den schönen Aufstieg sehr genossen, aber auf Grund der Kürze fix hinter uns gebracht, befanden wir uns nun auf dem Großen Bärenstein. Der Große Bärenstein ist ein 327m hoher Tafelberg. Der Gipfel an sich ist fast völlig bewaldet. Man findet aber an seinen Vorsprüngen genügend Aussichtspunkte in alle Richtungen. Auch hier gibt einsame Fleckchen, wo man sich am Ausblick und der Natur erfreuen kann. Wer mag.... es lohnt sich auch die Kamera, ein Buch oder auch einen Zeichenstift und Block im Gepäck zu haben. 
Unser letzter heutiger Ausblick war in Richtung des benachbarten Kleinen Bärensteins, ehe wir uns an den Abstieg machten. Hierfür nutzten wir den bequemen Waldweg zwischen den beiden Bärensteinen.


Ein paar wenige Meter Straße brachten uns zum Auto und wir hatten eine schon fast frühlingshafte aber trotzdem schöne Wanderung von ca 13km hinter uns.