Dienstag, 9. Juli 2013

Kleinhennersdorfer Stein Papststein (29.Juni 2013)

Gestern war für mich ein ein Abend an dem ich mir den Luxus gönnen wollte, einzuschlafen mit dem Wissen am Morgen NICHT von dem Schreien des Weckers geweckt zu werden. So schlug ich völlig entspannt kurz vor acht die Augen auf und begann mir so meine Gedanken über den kommenden Tag zu machen, ehe ich in die Küche schlappte, um mir ein köstlich braunes Morgengebräu, namens Kaffee zu machen. Ein Blick aus dem Fenster ließ mich ein wenig ins schwanken kommen. Geh ich heut oder geh ich morgen wandern... sollte ich mit dem Wetter pokern? Denn eine kleine Runde hatte ich mir bereits überlegt und wusste ich doch um Genialität eines besonderen Plätzchens.....
Mit zunehmendem Coffeinspiegel, klärten sich meine Gehirnwindungen und meine Entschlusskraft stieg. Und somit schnappte ich mir meinen Rucksack. Dieser war sehr schnell mit einer Flasche Wasser und ein paar Möhren und Tomaten befüllt. Mehr braucht ich heut nicht, denn es war eine superminikleine Runde. Also ab und los. 
Nachdem ich das Auto in Papstdorf abgestellt hatte, folgte ich dem roten Wanderweg Richtung Papststein. Das Dorf passiert und auf der ersten kleinen Höhe angekommen, bot sich mir ein schöner Ausblick benannt ob der Steine, die sich einem hier in der Ferne präsentieren, die Schrammsteine. 



Ein paar wenige hundert Meter weiter passierte ich das Wildgehege in dem reges Treiben herrschte. Der Nachwuchs hüpfte, rannte und sprang fröhlich durch das große Gehege. So kam ich nicht umhin, mir etwas Zeit zu nehmen und dem lustigen Treiben zu zuschauen. Nur dies mit der Knipskiste einzufangen, gestaltete sich schwierig.



Unweigerlich mit einem Lächeln im Gesicht folgte ich weiter dem roten Wanderweg Richtung Kleinhennersdorf. Doch schon bald stellte sich mir ein echtes Hinderniss in den Weg. Fleißige Forstarbeiter hatten ihr Auto unterhalb ihrer Wirkungsstatt auf dem Weg abgestellt und dieses war besetzt mit einem wild tobendem Rauhaardackel. Je näher ich kam, desto interessierter wurde der Hund und schien fast aus dem offenen Auto zu fallen. So musste hier schnell ein Plan B her. Hoch in den Wald ging ob der Forstarbeiten nicht, also blieb nur einen Riesenhaken über eine kniehoch bewachsene Wiese zu schlagen. Diese Hürde genommen, bog ich nach links auf den unmarkierten Wanderweg in Richtung Kleinhennersdorfer Steine ab, ein angenehmer Waldweg ganz leicht aber stet ansteigend....

                         

......mit hübsch anzusehenden Felsformationen


Der Kleinhennersdorfer Stein mit seinen 392m zählt mit zu den linkselbschen Tafelbergen der Sächsischen Schweiz. Sehr erwähnenswert ist hier eine sehr große Höhle, die Lichterhöhle. Sie ist eine Schichtfugenhöhle und wurde um ca 1870 zur Sandgewinnung genutzt. Der abgebaute Sandstein wurde zerkleinert, gemahlen und zu Scheuersand verarbeitet. Der Kleinhennersdorfer Stein beherbergt noch 2 weiter kleinere Höhlen, zwei Einsturzhöhlen, die Hampel- und die Eishöhle. 

Blick auf den Eingang der Lichterhöhle
Doch waren diese Höhlen heut nicht mein tatsächliches Ziel. So folgte ich dem unmarkierten immer schmaler werdenden Weg weiter. Er schlängelte sich um den Fels herum und ging immer mal bergauf. Etwas oberhalb auf dem Felsrand bot sich mir folgender Ausblick. Und ganz in der Ferne konnte ich sogar mein so geliebtes Böhmisches Bergland sehen......


Auch wenn ich mich nur schwer von dem Blick lösen konnte, ging ich irgendwann weiter. Wusste ich doch um das zauberhafte Plätzchen was mich noch erwarten würde. Der Weg ein mehr oder weniger zugewachsener Trampelpfad war wunderbar zu laufen. Naja mit kleinen  Hindernissen....


Allerdings für den Ortsunkundigen sicher nicht so leicht zu finden und zu folgen. Mein Hauptziel des heutigen Tages das sogenannte Schusterbänkel rückte nun in greifbare Nähe und ich war voller Vorfreude darauf. Das Schusterbänkel ist eine kleine Felsformation im bereits beschriebenen Gebiet. 


Hier galt es dann nur noch ein paar "Stufen" zu erklimmen. Gut tatsächliche Stufen sehen etwas anders aus, aber es schien mir so. Allerdings wurde hier mal wieder hauptsächlich an Menschen mit langen Beinen gedacht. Die Baumwipfel hinter mir gelassen, war es schwer die letzten Stufen zu erklimmen. Nicht weil die Kraxelei schwer wurde, mir viel es schwer den Blick noch nicht schweifen zu lassen.......angekommen gönnte ich mir den nächsten Luxus des Tages.... tapfer wendete ich meine Blick des Ausblickes ab, schulterte erst meinen Rucksack ab und drehte mich dann ganz laaaaaangsam gen Ausblick....ein unbeschreiblich schöner Moment....ein Moment den kann kein Bild und keine Beschreibung wieder geben.......Es eröffnete sich mir ein Blick auf in grüne Berge eingebettete Felsen, ein Spiel aus Sonne, Wolken und blauem Himmel. All dies strahlte eine himmlische Ruhe aus.
Den Moment ausgekostet musste ich nun auch - angeregt von anderen Bloggern - mal meinen Selbstauslöser austesten. Man, das ist ja richtig "Stress" .....


Nun holte ich meine Möhren und Tomaten aus dem Rucksack und nahm mir unendlich viel Zeit........

Blick von meinem Pausenplatz nach oben.

Irgendwann kam dann ein recht heftiger Wind auf und der Himmel ließ ein paar Tropfen fallen. Dies nahm ich als Zeichen zum Aufbruch. Diesmal wählte ich einen anderen Pfad entlang von Felsen, an einer Boofe vorbei durch ein Dickicht von Nadelbäumen. Später entpuppte sich der Pfad durch heftigen Baumbruch zu einem wahren Hürdenlauf. Dies überwunden wieder fast auf dem Hauptweg....galt es noch eine etwas schlammigere Passage zu umgehen, ehe ich ein kleines Stück dem Forstweg gen Papststein folgen konnte.


 Mein nächstes Ziel war der Papststein. Um den für mich schöneren Aufstieg zu nutzen bog ich erst einmal wieder auf einen kleineren Weg, den Suppengrundweg wieder Richtung Wildgehege. Hier führt ein abwechlungsreicher Aufstieg unter großen Buchen, über Treppen auf den Berg.

 

Immer wieder hatte man auch Ausblicke ins Land oder das Dörfchen am Fuße des Berges. 


Bald waren die letzten Schritte getan und ich stand auf dem Papststein. Auch er zählt mit 452m zu den linkselbschen Tafelbergen. Ende des 15. Jahrhunderts fand man erste schriftliche Erwähungen. Hier trug der Stein allerdings noch den lustigen Namen Bogersdorfer Stein. Mitte des 19. Jahrhunderts begann man den Stein touristisch zu erschließen. Der anfängliche hölzerne Pavillon wich nach bereits 3 Jahren im Jahre 1862 dem Berggasthaus, wie es heut noch bewirtschaftet wird. Und wie ich da so stand und mir meinen vorherigen Aussichtspunkt ansah, sprach mich ein Dreikäsehoch an, wie toll es doch hier sei und ob es mir auch so gut gefallen würde. Ja aber selbstverständlich tat es das. Wie sich herausstellte war er aus dem absoluten Flachland und machte hier Urlaub. So hörte er und sein großer Begleiter mir gespannt zu welche Namen die Berge und Felsen ringsum tragen und luden mich zu einem Glas Wein ein, mit der Bitte um ein paar Wandervorschläge. So schauten wir auf die Karte, genossen ein Glas Weißwein und die beiden hatten Wandervorschläge für mindestens noch 3 weiter Urlaube. 


Da hinten war mein vorheriger Sitzplatz. 

Nun ging es noch ein paar Stufen hoch zu dem weniger schön anzusehenden Turm. Dieser in ein zu DDR-Zeiten entstandener Feuerwachturm. Aber auf dem Plateau hat man tolle Aussichten und ich komme nicht umhin, auch hier wieder die böhmischen Berge zu zeigen....man schaut hier vom Rosenberg/Ruzovsky vrch bis hinter zum Tannenberg/Jedolva (in der böhmischen Lausitz, wo ich erst kürzlich unterwegs war), um nur mal zwei Beispiele zu nennen.......hach ist es nicht schöööööön......


Doch auch von diesem Blick musste ich mich irgendwann mal trennen und es ging noch kurz auf einen weiteren Aussichtspunkt ehe es endgültig an den Abstieg ging. 


Der Abstieg führt erst über ein paar bequeme Treppen zwischen Felswänden und dann auf einem leichten Weg vorbei am Hunskirchenausblick (einem bekannten Kletterfelsen) zum Fußes des Steines. Hier schlug ich nach links auf einen nach einem Botaniker benannten Weg ein, den Hans-Förster-Weg. Ein bequemer Waldweg der mir noch auf einer Bank mit Blick auf das Dorf eine letzte kleine Trinkpause bot. 


Im Dorf fast angekommen, leuchteten die Mohnblumen in einem wunderbaren Rot und im Hintergrund war wieder die Kirche zu sehen. So oft gesehen, bog ich auf dem Weg zu meinem "Hexenbesen" noch einmal ab, sog den betörenden Duft der Wegrand zierenden Linden ein und schaute mir noch Kirche und Friedhof an. Ein Blick ins Innere wurde mir leider verwehrt, aber nichts desto trotz hatte ich eine minikleine (ca 10 km), aber wunderbare Wanderung voller Luxus und Genuß hinter mir.....