Montag, 10. Februar 2014

Guten Freunden gibt man.........

.......ja was eigentlich? 
Erst kürzlich besuchte mich eine liebe Freundin und Strickjule zum Strickfrühstück, sprich Erfahrungsaustausch. Nach einem kerngesunden Frühstück mit dem ein oder anderen Tässchen Kaffee und einem wilden Geschnatter über unsere letzten Strickwerke, wollten wir den Tag auch effektiv nutzen. Da ich bisher noch nie mit zwei oder mehreren Farben/Wollen gestrickt hatte, wollte ich dies auch gern einmal probieren und durfte von Ina's unendlicher Erfahrung  profitieren. Sie erklärte mir wie man die Fäden mitführt, verwebt, den Farbwechsel durchführt und ich durfte an ihrer derzeitigen Arbeit mich austoben. Sie hat sehr gut erklärt, denn ich hatte es offenbar recht fix verstanden und auch nach wenigen Maschen löste sich die verkrampfte Haltung meiner Finger mit der doppelten Fadenführung. Einzig beim Vorstricken musste ich ihr Tempo zügeln, denn das machtes es anfänglich schier unmöglich der Nadel in dem Fadengewirr zu folgen. Sie überließ mir auch ein Buch, in dem ich viele Dinge recht gut erklärt vorfinden würde und ich das ein oder andere nochmal nachschlagen könnte, ehe es in Fleisch und Blut über gegangen ist. 
Nunja nun hat sie aber auch noch eine weitere Begeisterung in mir erweckt und so packte sie ihre Schatzkiste aus......unglaublich sooooooo tolle Wolle mit grandiosen Farbverläufen. Ja es handelte sich wieder um 100farbspiele-Wolle und ich durfte mir was aussuchen. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Doch dies sollte sich als ein sehr schwieriges Unterfangen raus stellen. Ich konnte mich nicht entscheiden........so überlegten wir gemeinsam, welche Projekte ich im Kopf hatte, welche Qualität dafür geeignet ist und nicht zuletzt, welche Farben am besten zu mir und meiner Gardarobe passen würden. So fiel meine Wahl schlussendlich auf 750m vierfädiges "Cottage" und 900m vierfädigen "Rudi"(so denkt sie, war der Name der Wolle, denn diese zierte schon einige Zeit ihre Schatzkiste).
Nachdem ich mein vorheriges Projekt beendete, dauerte es nicht lange und nahm das "Cottage" auf die Nadel und kann nun sagen............

"Guten Freunden gibt man.....ein(en) Bobbel oder zwei....." 
....................................Danke!


Samstag, 8. Februar 2014

So schnell mal zwischendurch

Auch diesmal sollten nur wenige Stunden zwischen dem Abschluss meiner letzten Strickarbeit dem Beginn einer neuen liegen. Zumal doch erst vor ein paar wenigen Tagen eine Einladung zum Geburtstag einer lieben Bergfreundin ins Haus flatterte. Also bin ich wie so oft in letzter Zeit auf meinen Boden gekrabbelt und hatte diesmal gleich die passende Wolle zu meiner Idee in der Hand. Ich wollte ihr ein schönes großes Huscheltuch schenken. Was lag da näher als das in Strickerkreisen genannte Landlusttuch. "Landlust " deshalb weil es in gleichnamiger Zeitschrift vorgestellt wurde. 
Hm, musste ich mir doch noch halbwegs passende Nadel suchen. Es war mir klar, es würde eh eine putzige Strickerei werden. Man nutzt hier eine dünne und eine dicke Nadel. So entschied ich mich für eine 4er und eine 10er Nadel. Doch würde es gehen, von der dünnen Nadel auf die dicke zu stricken? Recht schnell wurden meine Bedenken entkräftet. Es strickte sich ausgezeichnet. Gut ich bin insgesamt kein Freund von so dicken Nadeln, aber ich hatte nicht das Gefühl mir die Finger zu verknoten. Wie das Tuch wuchs, wuchsen auch erneut meine Bedenken, würde es auch ausreichend in der Breite und nicht nur in der Höhe wachsen? Dies konnte ich bis zum Schluss nicht ausräumen, denn das Tuch war breiter, als meine Nadeln es zuließen. Aber schon beim Abketteln merkte ich, dass die Proportionen stimmig waren und ich freute mich richtig sehr über das Gesamtergebnis, welches heut Abend beim Lagerfeuer den Besitzer wechseln wird........
Doch hier nun das schnell genadelte Tuch mit einer Breite von knapp 2m, 70cm Höhe.


Montag, 3. Februar 2014

Rosenberg Grundmühle (05. Januar 2014)

Heute sollte es mit ein, zwei drei vier vielen Bergfreunden zu einer Wanderung nach Böhmen in ein mir wohlbekanntes Gebiet gehen. Nach einem herzlichen Hallo zu einer moderaten Zeit am vereinbarten Treffpunkt verteilten wir uns auf die Autos und fuhren nach Rosenberg/Ruzova einer kleinen Gemeinde am Fuße des gleichnamigen Berges. Etwas ausserhalb des Ortes parkten wir die Autos ab und stiefelten los gen unseres ersten Tageszieles, was sich heut im Schutz tief hängender Wolken nicht zu erkennen geben wollte......


Der Rosenberg/Ruzovsky vrch misst eine Höhe von 619m und ist mit seiner runden Kegelform von weit her gut auszumachen und ein guter Orientierungspunkt. Man findet hier Sandstein, als auch Basalt. Der Berg ist bewaldet mit Buchen, Ahornbäumen und Bergulmen. 
Je höher wir dem serpentinenartigen Weg folgend kamen, umso dichter drangen wir in den Nebel ein. So war es irgendwann fast unmöglich die nur ein paar wenige Meter vor mir laufenden Freunde noch zu sehen. 


Der Gipfel wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit einem Aussichtsturm und einem Berggasthof erschlossen. Leider war beiden kein langes Leben beschieden. Die Gastwirtschaft brannte nach ca 50 Jahren ab und der Turm existierte auch nur etwa 5 Jahre länger. Heute findet man als Zeitzeugen noch Reste alter Grundmauern und ein hölzernes Gipfelkreuz. Aber auch ein Gipfelbuch, in das sich die Besucher eintragen können. 


In der unbelaubten Jahreszeit hat man normalerweise eine Chance zwischen den Bäumen hindurch zu sehen und einen Blick in das Bergland zu werfen. Dies sollte uns heut nicht vergönnt sein. Nichts desto trotz, nutzten wir die schaurig schöne Stimmung, die der Nebel zauberte und es wurde der Kocher ausgepackt,  um einen  frischen wärmenden Schluck Glühwein zu bereiten. Nach angenehmen Pause stiegen wir wieder hinab, diesmal auf der anderen Seite des Berges. Der Nebel begann sich zu lichten und als wir aus dem Wald traten,  eröffente sich uns folgender Blick. 



Dem Feld- und Wiesenweg folgend, wurde es sogar recht hell und für wenige Momente lichtete sich er Himmel und gab der Sonne eine Chance uns mal anzulächeln. So führte uns der Weg in das kleine Dörfchen Windisch Kamnitz/Srbska Kamenice. Das Dorf kann eine etwa 1000jährige Geschichte aufweisen. Alten Überlieferungen zufolge soll hier vor etwa 1000 Jahren eine kleine Ansiedlung entstanden sein. Ende des 13. Jahrhunderts entstand die Kirche und der Grundstein für das heutige Dorf war gelegt. Nach einer Einkehr in ein Gasthaus mit sensationell gutem Essen, aber unschaffbar großen Portionen, wollten wir den Aussichtspunkt auf das Dörfchen nicht ignorieren. Und man glaubt es kaum, im Hintergrund zeigte sich der von uns vorher erklommene Rosenberg schon ein Stückchen mehr. 


Die Aussicht wieder hinab, noch einmal quer durch das Dorf und wieder ab in den Wald. So ging es bergauf und -ab ehe wir unsere letztes Tagesziel für heut erreichten, die Grundmühle/Dolsky Mlyn. Die Geschichte der Mühle geht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Die Mühle ist, nein war eine Getreidemühle in der bis Anfang es 20. Jh. selbiges gemahlen wurde, dann wurde die Mühle ausschließlich noch als Gasthaus genutzt. In den Nebengeäuden befand sich im 19. Jh. die Finanzpolizei, dann eine Bäckerei. Auch findet man noch Überreste eines Gebäudes in dem sich eine Brennerei befand. Die heutige Ruine ist ein Naturdenkmal des Tschechischen Nationalparks und ehrenamtliche Helfer setzen sich für den Erhalt des Denkmals sehr aktiv ein. 


Allerdings hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet und es regnete reichlich und fröhlich vor sich hin. Also hielten wir uns hier nicht zu lange auf und traten in aller Gemütlichkeit den Heimweg an. An den Autos wieder angekommen, hatten wir eine kleine, sehr schöne Wanderung von knapp 18km aber schon einigen Höhenmetern hinter uns.