Dienstag, 16. September 2014

Gefühltes Gesellenstück ........

Ich nehm es vorweg.....uffff, ich habe es geschafft......
Wie alles begann: Natürlich begann mal wieder alles mit einem Strickjulentreff und einem Bobbel traumhaft schöner Wolle. Noch am selben Abend beendete ich mein vorheriges Werk und saß am Abend dann vor meinem Bobbel 100 Farbspielewolle mit dem schönen Namen "Zuckerschnute". Ich hatte noch keine Ahnung was daraus werden sollte, ich war absolut ideenfrei, war mir aber sicher, dass genau dieser Bobbel unbedingt als nächtes auf die Nadel muss. Völlig verzweifelt griff ich zum Telefon und ein Schwatz mit einer meiner Strickjulen brachte mit den ersten Sätzen bereits Abhilfe. Ich sollte mal an meine Geburtstagsgeschenke denken, die nichts mit Bergen zu tun hatten, sondern auf meine handarbeitlichen Fähigkeiten ausgerichtet waren. Ein Lachen zog sich über mein Gesicht und ich suchte sofort die passenden Nadeln und las mir die Anleitung durch. 


Entschieden hatte ich mich für ein Tuch Katy Jubilee  entworfen von der Designerin Birgit Freyer. Die Anleitung klang klar und was sollte schon passieren, denn schließlich hatte ich ja schon einige Erfahrungen mit Lace- und Ajourmustern. Also Maschen aufgenommen und los. Der Mittelteil wuchs fix und machte ein recht schönes Anstrickbild. Da mir das Tuch recht klein wirkte, erweiterte ich diesen um ein paar Rapporte, setzte in der letzten Mittelteilreihe die Maschenmarkierer und stellte fest, dass sich nun langsam aber sicher die optische Vorstellung der Tuchform verlor. 


Galt es nun die Bordüre zu stricken. Schnell stellten sich die von mir für unnötig gehaltenen Maschenmarkierer als sehr wertvoll heraus. Die Maschenzahl wuchs zusehens, ich hatte verstanden, was damit gemeint war "um die Ecke" zustricken und bekam einen Überblick in den ersten Teil der Bordüre. Aber auch hier irgendwann wechselte das Muster. Also alles wieder auf "neu" und ich schniefte und schnaufte zugegeben ganz schön. Aber auch hier gewann ich einen Ein- und Überblick in das zu strickende Muster. Für eine einzelne Reihe, die dann irgendwann um die 600 Maschen zählte, brauchte ich dann  fast eine Stunde, was ich mit viel Geduld erstrickte und so auch zur letzten Reihe kam.
Nun sollte der Rand entsprechend dem Muster abgehäkelt werden. Das verstand ich nun überhaupt nicht. Hatte ich doch früher auch schon die Häkelnadeln in der Hand, aber ich konnte mir die Anleitung durchlesen, wie ich wollte, ich hatte keine Idee, was ich hier machen sollte. So legte ich das Tuch erst einmal beiseite bis zum nächsten Strickjulentreff. Mit viel Geduld erklärte und zeigte mir meine Freundin was ich hier tun musste, um die hübsche Abschlusskante zu schaffen. Aufgrund der hohen Maschenzahl war dies auch erst in zwei Zügen geschafft,  ich war glücklich, dass mir die letzte Masche von der Nadel sprang und ich mir das Gesamtwerk betrachten konnte. 
Mein Fazit: 
- ein wunderschönes Tuch zu stricken, war hier eine echte Herausforderung
- Maschenmarkierer von mir bisher eher als unnötig gehalten, erwiesen sich als sehr wertvoll                   
- das Lacemuster erforderte zwar höchste Konzentration, war aber schlussendlich gut zu stricken, es ist wichtig das Muster zu verstehen, dann erkennt man auch gut, wann wohin welche Masche kommt, aber man muss eben hinsehen
- Anleitung und Strickschriften sind gut logisch aufgebaut, erfordert aber doch schon ein wenig Strickerfahrung

        ------- Kurzum: dies ist mein gefühltes Gesellenstück---------

An dieser Stelle möchte ich gern mal ein Dankeschön an meine Strickjulen und die Mädels aus der Handarbeitsgruppe auf den Weg schicken.....sie stehen mir immer mit viel Geduld zur Seite, helfen schnell, gern und unkompliziert  und ich konnte trotz einiger Strickerfahrungen noch allerhand lernen......

Doch schaut nun selbst was aus weniger als 900m vierfädiger Zuckerschnute mit 4,5er Nadeln geworden ist.  Da ich einen Rest von 50g habe, hab ich in etwa nur 750m verstrickt. 



Da die Größe des Tuches hier nicht recht zu erkennen ist, noch ein Foto mit den ca-Maßen des Tuches......




Donnerstag, 11. September 2014

Unterwegs im Gebiet der Steine (13.August 2014)

Ja,ja.....so ein Mädelabend kann sich schon "ungeahnt" in die Länge ziehen. Selbstverständlich setzten wir unser Schwatzen nur unterbrochen durch eine kurze Schalfpause gleich am Frühstückstisch wieder fort. Dies alles ging nun aber doch bissl zu Lasten der geplanten Wanderung. Gemütlich am Frühstückstisch sitzend, ließ uns ein Blick auf die Uhr erschrocken und verständnislos drein schaun. Ok, für die geplante hintere Sächsische Schweiz lohnte es sich nicht mehr so recht. Zum Glück erstreckt das Elbsandsteingebirge sich über ein Gebiet von ca 700km² und auch der vordere Teil des sächsischen Teil's des Gebirges ist immer wieder wunderschön. So entschieden wir um, beräumten fix den Frühstückstisch und brachen auf in das Gebiet der Steine. 
Als Gebiet der Steine wird in der vorderen Sächsischen Schweiz der linkselb'sche Teil bezeichnet. Markant sind natürlich hier die Tafelberge. Zwei davon sollten heut unser umentschiedenes Wanderziel werden.......Der Pfaffenstein und der Gohrisch. 
Diese von mir schon sehr oft bewanderten Ziele stellte ich vor bereits auch schon im Blog vor. So möchte ich heut nicht zuviel zur Wanderung schreiben, sondern nur ein paar andere Eindrücke zeigen. Die Wanderung hat wie bereits vorgestellt ohne ein grünes Blatt auf den Bäumen, seinen Reiz, aber auch zur grünen Jahreszeit........seht selbst.....
Am Start der Wanderung findet man jetzt sehr hübsch gestaltet ein Wahrzeichen Pfaffendorfs und des ganzen Gebirges......


Schnell waren die ersten Höhenmeter Richtung Quirl erklommen und ein Blick über erntereife Felder zum Pfaffenstein zeigte sich uns so......


Der Pfaffenstein ist einer der markanten Tafelberge in der linkselbisch liegenden vorderen Sächsischen Schweiz. Der früher auch "Jungfernstein" genannte Tafelberg kann eine Höhe von 434m aufweisen und wurde erst im 19. Jh. touristisch erschlossen. Zufluchtsort in Krisenzeiten war er schon weit eher. Mit seinen 32 Kletterfelsen wurde er auch seit Beginn des 20 Jh. ein von Bergsteigern besuchter Ort. 
Für den Aufstieg wählten wir den bewährten Klammweg, vorbei an hohen Felsen, durch eine kühle Schlucht.......

der Jäckelfels, benannt nach dem touristischen Erschließer
des Pfaffensteines
        
Oben angekommen, dürstete uns sehr und wir genossen in der überquellenden beschaulichen Gastlichkeit ein kühles Hefeweizen ehe wir unseren Weg fortsetzten. Allerdings nicht ohne einem beschaulichen Plätzchen einen Besuch abzustatten.


Den bequemen Weg wieder abgesteigend, nutzten wir verschiedene Waldwege zum schwatzen und zu unserem nächsten Ziel zu gelangen. Allerdings blieben uns zu unserer Freude kleine bunte Farbtupser im Wald nicht verborgen.



Für den Aufstieg auf den Gohrisch nutzten wir die Falkenschlucht. Dies war bis vor vier Jahren etwa eine kleine Steiganlage durch einen künstlich erweiterten Felsspalt mit Hölzern als Steighilfen und nicht zu üppig gehalten. Nach reichlicher Kritik wurde diese Steiganlage "saniert", was zur Folge hatte, dass die historischen Hölzer gegen Metallleitern, Gitterroste ausgetauscht wurden und der kleine abenteuerliche Charakter und das Flair der historischen Steiganlage verloren ging und es nun "nur" noch "normal" auf den Berg geht.........



Der Gohrisch zählt zu den Tafelbergen ist linkselbisch zu finden und steht man auf dem Plateau, ist man 440m ü. NN. Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Gohrisch das erste mal urkundlich erwähnt, touristisch wurde er aber erst knapp vier Jahrhunderte später erschlossen. Dies lag an der zerklüfteten Oberfläche. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Berg mit Hilfe des Gerbirgsvereins Sächsische Schweiz mittels drei befestigter Wege zugänglich gemacht. Im Jahre 1888 wurde die kleine Schutzhütte errichtet. Irgendwann dem Verfall preisgegeben, wurde diese Ende des 20. Jahrhundert wieder her gestellt. 


Der Berg bietet mit seiner Weitläufigkeit allerhand wunderbare Ausblicke ins das Land ringsum. Selbstverständlich suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen zum Verweilen.......


Die mittlerweile drohenden Regenwolken überredeten uns dann doch zum Abstieg. 


Am Bergfuß angekommen, begann es zu tröpfeln, was sich zu einem richtigen Sommerlandregen ausweitete. Also schlappten wir durch Wald, Feld und Flour einer letzten kleinen Rast entgegen. "Onkel Pauls Ruh" eine wunderbare Aussichtsbank welche zu Ehren eines Ehrenmitgliedes des damaligen Gebirgsvereins geweiht wurde. Eine kleine Gedenktafel erinnet heut noch daran. 



Da die Bank unter einem großen Blätterdach beheimatet ist, störte uns der Regen überhaupt nicht und wir beschlossen den Tag noch mit einen im Rucksack mitgeführten Kaffee und einem Blick, ehe wir uns die letzten Meter durch den Regen auf den Weg zu Auto machten.