Donnerstag, 20. August 2015

Sommer, Sonne.......

Ja Sommer, Sonne und kein Strand und Meer.........Wer mich kennt, weiß sehr gut, was jetzt kommen könnte......Sommer, Sonne, Böhmen......
Ein paar freie Tage ließen es zu eine kleine Reise zu tun. Der Entschluss, dass es nach Böhmen gehen sollte, stand schnell fest. Reiseziel war der Südwesten Böhmens, eine Gegend die sich mir als völlig neu erschließen sollte. Entsprechend gespannt war ich auf das, was ich kennenlernen söllte und möchte euch heut hier einfach ein paar Eindrücke dieser wunderschönen Ecke zeigen.
Also das Auto war schnell gepackt und wir starteten enstpannt in den Tag. Eine Route hatten wir noch nicht festgelegt, aber eines stand fest, Autobahnen und schnell Fernverkehrsstrassen umgehen wir. Also mit dem Autoatlas in den Händen und nur den Start- und Zielpunkt festgelegt tuckerten wir immer entlang kleiner Strassen, ja sogar schon Strässchen. Das böhmische Mittelgebirge mit seinen kegelförmigen Bergen, kleine Dörfchen, satten Wiesen, glitten an uns vorüber. Kleine Stopps legten wir ein, um im Schatten der Bäume das nächste Wegstückchen fest zu legen, aber auch eine der wundervollen böhmischen "Natscheldielen" (sprich auch Chocolaterie) lud uns auf einen Kaffee und einzigartigen Schokoladenkuchen ein. Im Zielgebiet eingetroffen, beschauten wir uns noch so einige Zeltplätze, die allsamt sehr schön, aber auch sehr sonnig waren. Irgenwann landeten wir in Trimany, wo auch ein Camp sein sollte. In dem 50 Seelendörfchen, welches in einer Sackgasse endete wollte sich aber keines finden wollte. Unsere letzte Hoffnung war ein staubiger Feldweg, diesem folgten wir. Er führte weiter durch einen dunklen Wald, steil bergab.....uns war klar, hier sind wir am Ende der Welt angekommen. Und tatsächlich gleich zwei Camps taten sich vor uns auf. 
Die Hitze hatte ihren Tribut gefordert und so parkten wir nur noch den Wagen und gönnten uns in der dem Zeltplatz angeschlossenen Hospoda ein böhmisches Bier......na gut die Beine lagen oben und es wurden zwei und keiner wollte sich bereit erklären, das Zelt aufzubauen......es war soooooo schööööön...........


Nein hier am scheinbaren Ende der Welt wartete nicht der Fährmann zur Hölle auf uns, wo wir ggf. die drei goldenen Haare des Teufels hätten erbeuten können. Wir waren an der Berounka gelandet einem kleinen Flüsschen, welches als wasserreichster Nebenfluss der Moldau gilt. Sie entsteht durch den Zusammenfluss zweier kleinerer Flüsse direkt in der Innenstadt Plzen's. Sie misst eine Länge von etwa 138 km und mündet in die Moldau. Sie durchfließt auch wundervolle Berglandschaften, welche wir uns die kommenden Tage immer mal wieder ansahen. Leider schmolz die Hitze auch unser Denkvermögen ein und so vergaßen wir das ein oder andere mal (leider an besonders schönen Stellen) den Foto. 

So besuchten wir auch eine im 13. Jahrhundert erbaute Burg. Die Burg Krasov heut eine Ruine, welche u.a. als Sommersitz eines Klosters diente ehe sie Ende des 18. Jh. dem Verfall preis gegeben wurde. Heut ist hier ein freundlicher "Burgherr" zu Gange der sie die Ruine versucht zu erhalten und man kann vermutlich für kleines Geld in einer hergerichteten Kammer übernachten.          


Blick auf die Berounka
Unterwegs kann einem schon mal folgendes passieren und man muss sich in Geduld üben, ehe der Hirte das Tier auf die Wiese gelockt hat.......


Der ein oder andere Eindruck ließ uns einfach anhalten und ein paar Schritte tun.....


Da wir einfach anhielten, wo es uns gefiel, lernten wir auf diese Weise viel kleine Dörfchen, schöne Landschaften, kennen und hatten viel Zeit Land und Leute zu beobachten. Unter anderem sahen wir auf einem Berg über dem Örtchen Zbiroh ein Schloß prangen, das Schloss Zbiroh. Das im 12.Jh. erstmal erwähnte Schloss ursprünglich als Burg erbaut, einigen Verwendungszwecken dienend, bietet heut Raum für einen Hotelbetrieb aber auch diverse Ausstellungen und das Schloss kann man mittels einer Führung besichtigen. So schlossen wir uns einer solchen in tschechischer Sprache an und konnten so einen der tiefsten Brunnen Europas sehen, auf einen Aussichtsturm steigen, die Freimaurerkapelle besuchen, die Ausstellung um den tschechischen Maler Mucha und zu guter Letzt den Weinkeller besichtigen. 

  

Irgendwann hieß es Abschied nehmen, langsam aber sicher gen Heimat. Aber nicht ohne noch weitere Stopps einzulegen. Immer noch in der Westböhmischen Region unterwegs sollte der  nächste Stopp das kleine Städtchen Taucha(Tachov) sein. Ein aus dem frühen 12. Jh. erstmals erwähnte Städtchen mit einer vielseitigen und bewegten Geschichte ist heut sehr sehenswert. Liebevoll und historisch geprägt wurden viele Gebäude wieder her gerichtet, der Markt schön gestaltet.



So erkundeten wir die Stadt bergab, bergauf, entlang der historischen Stadtmauer, freuten uns über das erhaltene Stadttor, erkannten einige typische böhmische Elemente und Bauweisen.......



......ehe wir uns einen Zeltplatz an einem in der Nähe gelegenen Stausee suchten, um unser Nachtlager aufzuschlagen. Bereits beim Einchecken war uns mit einem Schmunzeln klar, froh zu sein, nur eine Nacht hier zu verbringen.......hier war nichts mehr von der böhmischen Unkomliziertheit zu spüren, ein ganzes A4-Blatt an Regeln wurde uns überreicht, auf dem Platz waren viele große Camper quasi mit dem Teppich vor dem dem Wohnwagen zu finden.......nichts desto trotz fanden wir ein kleines Randfleckchen für uns und konnten den Tag mit einem Glas Wein in der untergehenden Sonne ausklingen lassen.


Früh am Morgen, als der Campingplatz noch schlief, bauten wir fix ab und fuhren zu unserer letzten Urlaubsstation Franken. Hier galt es einiges zu erledigen, man hieß uns herzlich willkommen und verirrten wir uns noch einmal an den Fels. 
Einen wundervollen Platz für unser Zelt fanden wir im Naturbad Königstein, welches für eine Nacht uns ganz allein gehörte.........
Der Badzeltplatz bekommt hier für all unsere Kletterfreunde und Naturliebhaber unsere uneingeschränkte Empfehlung!


Nun war es soweit und der Urlaub neigte sich gen Ende. Fazit: Wir verbrachten ein paar sommerlich heiße Tage in einer empfehlenswerten Gegend, die weit mehr als nur Klettergipfel zu bieten hat. Die böhmische Unkompliziertheit ist immer wieder wunderbar und auch wenn sich die Mäuse durch den Zeltboden durchfrassen und die Baumwolle unserer Hosen offenbar als kulinarischen Höhepunkt empfanden, geht es erholt und mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck dem Arbeitsalltag entgegen.

Stinos mit Pfiff

Wieder einmal wollte ich eine kleine Freude machen und was liegt da näher als etwas Selbstgestricktes. Da ich meine Freundin bereits mit diversen Tüchern eingedeckt hatte, kam ich auf die verrückte Sockenidee.....warum verrückt......weil ich doch so meine Schwierigkeiten hab, mit Socken, im speziellen Fall mit Fersen.......
Lustig bunte Wolle war fix gefunden, und somit war klar, dass es ein Paar sogenannte "Stinos" werden. Als Stinos bezeichnet die Strickwelt Socken, die ohne jegliches Muster gestrickt werden und durch die lustig bunten Wollen oftmals so für sich wirken. Allerdings ist das Stricken wie ein bissl langweilig und mir gefiel die "normale" Bündchenvariante nicht. So entschied ich mich für ein Bündchen mit Rollrand und einer Variation aus rechten und linken Maschen, die den Stinos meiner Meinung nach, doch einen gewissen Pfiff verleihen. Der Schaft war schnell genadelt und nun das schierige Thema Ferse. Ich hab das Internet so lange befragt, bis ich eine für mir scheinbar passende Lösung gefunden hatte. Eine "vereinfachte Ferse" nur mit verkürzten Reihen. Und da die Beschreibung super ist, konnte ich es mich kaum versehen und die Ferse war fertig und war schlichtweg gelungen. Fuß und Spitze waren wieder fix genadelt und der zweite Socken so überhaupt kein Problem. 
Nun haben die Socken ihren Standort gewechselt und ich wurde ob der vielen Strickgeschenke nicht des Hauses verwiesen........